Eintracht gewinnt Handballkrimi gegen Fredenbeck
Es war ein Spiel, das in der Schlussphase an Spannung kaum zu überbieten war
und nichts für schwache Nerven bot. Die 843 Zuschauer in der Sparkassen Arena,
sofern sie der Eintracht die Daumen drückten, dürften ihr Kommen jedenfalls
nicht bereut haben. In einer hochdramatischen Schlussminute bewahrte
HC-Keeper Leon Krka seine Mannschaft mit einer entscheidenden Parade vor
dem Ausgleich und sicherte der Deutsch-Sieben damit den knappen 31:30-Sieg.
Mit dem Sieg rückte der HC auf Platz 13 vor und schloss zum Tabellenmittelfeld
auf.
Die Überraschung des fünften Spieltags war die 28:29 Heimniederlage von
Vinnhorst gegen Varel. Spenge ist nach dem 29:27 Heimsieg gegen Bielefeld
weiterhin Verlustpunktfrei und alleiniger Tabellenführer. Am Tabellenende steht
die MT Melsungen vor den beiden bislang punktlosen Teams MTV Großenhei-
dorn und OHV Aurich
Starker Auftakt der Eintracht
Mit Leon Krka im Tor setzte die Eintracht erneut auf eine offensive 3:3-Deckung.
Damit hatten die Gäste große Schwierigkeiten: Im Angriff fanden sie kaum
Lösungen, und auch ihre Rückraumwürfe blieben zunächst ohne Erfolg.
Die Eintracht startete dagegen überzeugend in die Offensive. Treffer von
Vincent Klepp, Lars Oskar Kaaterud, Meeno Carstensen, Nils Gerlich und Ben
Kremen sorgten nach acht Minuten für eine 5:1-Führung. VfL-Trainer Matthias
Steinkamp reagierte mit der grünen Karte und nahm eine Auszeit.
Fredenbeck kämpft sich heran
Fredenbeck fand anschließend besser in die Partie, konnte den Rückstand je-
doch zunächst nicht entscheidend verkürzen. Beide Mannschaften trafen nun
im Wechsel. In der 22. Spielminute lag der HC beim Stand von 12:8 weiterhin
mit vier Toren vorn.
Zwei verwandelte Siebenmeter brachten den VfL heran. In der 29. Spielminute
verkürzte Fredenbeck auf 15:14, 35 Sekunden vor der Pause erneut auf 16:15.
Kaaterud stellte jedoch wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff den 17:15 Pausen-
stand für die Eintracht her.
Eintracht startet stark in die zweite Halbzeit
Wie schon zu Beginn der Partie erwischte die Eintracht auch in der zweiten
Halbzeit den besseren Start. Zwei Treffer von Klepp bauten die Führung auf
19:15 aus und zwangen VfL-Trainer Steinkamp zu einer weiteren Auszeit.
Anschließend trafen beide Mannschaften erneut im Wechsel, sodass Fredenbeck
den Rückstand zunächst nicht entscheidend verkürzen konnte. Mitte des zweiten
Durchgangs stellte Steinkamp den Angriff um und setzte auf einen siebten Feld-
spieler. Die Eintracht fand defensiv keine passende Antwort; vor allem über die
Außenpositionen kamen die Gäste nun wiederholt zu einfachen Toren.
Dramatische Schlussphase
Fredenbeck kam durch Brassait (26:25) in der 50. Spielminute und Wafdi (29:28)
in der 55. Spielminute jeweils bis auf ein Tor heran. HC-Trainer Daniel Deutsch
reagierte mit einer Auszeit.
Danach erhöhten Luis Buschhaus und Leon Hein für die Eintracht auf 31:28 – die
Entscheidung schien gefallen. Doch 90 Sekunden vor dem Ende erhielt Hein eine
Zweiminutenstrafe. Der VfL setzte im Angriff weiterhin auf den siebten Feldspieler
und verkürzte durch zwei Treffer von Polak – einen Siebenmeter und einen Wurf
von Rechtsaußen – 64 Sekunden vor Schluss auf 31:30.
Die Eintracht war nun in Ballbesitz, spielte wegen Heins Zeitstrafe jedoch in Unter-
zahl. 30 Sekunden vor dem Ende verlor sie den Ball durch einen technischen Fehler
und ermöglichte den Gästen damit einen letzten Angriff.
Zweimal unterbrach die HC-Abwehr das Angriffsspiel des VfL. Acht Sekunden vor
Schluss erhielt Fredenbeck noch einen Freiwurf. Es folgten das Abspiel und der
letzte Wurf auf das Eintracht-Tor. HC-Keeper Leon Krka pariert den Ball und rettet
den doppelten Punktgewinn für seine Farben.
Trainerstimmen
Matthias Steinkamp (Trainer des VfL Fredenbeck)
„Glückwunsch an die Eintracht, die viel spielerische Qualität gezeigt hat. Über die
gesamten 60 Minuten hatte ich das Gefühl, dass wir uns selbst ein wenig im Weg
standen. Wir haben zu viele technische Fehler gemacht und der Partie damit den
Charakter eines Abnutzungskampfs gegeben.
Unsere Abwehr stand gut, doch wir haben den Ball anschließend zu leicht wieder
hergegeben. In der Schlussphase hatte ich keine Auszeit mehr, um noch einmal
einzugreifen. So haben wir es verpasst, den entscheidenden Treffer zu setzen.“
Daniel Deutsch (Trainer des HC Eintracht Hildesheim)
„Wir sind noch nicht richtig in der Spur. Viele kleine Unkonzentriertheiten und
technische Fehler machen uns das Leben schwer. Trotz einer Drei-Tore-Führung
gelingt es uns in der zweiten Halbzeit nicht, das Spiel endgültig auf unsere Seite
zu ziehen.
Eineinhalb Minuten vor Schluss liegen wir noch mit drei Toren vorn. In dieser
Situation hätte ein erfahrener Spieler den Ball gesichert und geduldig weiterge-
spielt. Stattdessen schließen wir den Angriff bereits nach vier Pässen ab und
bringen den Gegner noch einmal zurück ins Spiel. Am Ende hatten wir Glück,
dass Leon den letzten Ball pariert hat.“
HC Eintracht Hildesheim – VfL Fredenbeck 31:30 (17:15)
Eintracht Hildesheim: Nils Conrad, Leon Krka, – Nils Greilich (1), Leon Bahr (6),
Petar Juric, Felix Ntodonke (3), Henning Stoehr (2), Ben Kremen (2), Luis Busch-
haus (2), Vincent Klepp (7/6), Leon Hein (5), Meeno Carstensen (1), Lars Oskar
Kaaterud (2).
VfL Fredenbeck: Teo Mestrovic, Justin Merlin Rundt – Michel Sumfleth (1),
Michel Brassait (3), Linus Noah Schwenke, Timo Backofen, Pelle Fick (3), Chris
Ole Brandt (1), Tarek Wafdi (5), Danny Müller, Jakob Ritscher, Jan Möller (3),
Marten Franke, Daniel Polak (8/5), Laurenz Reiners (6), Nick Heinsohn.
Zeitstrafen: Eintracht (5), Fredenbeck (3)
7-Meter: Eintracht (6), Fredenbeck 5/5
Rote Karten: keine
Schiedsrichter: Robert Mischock, Christopher Riebesam
Zuschauer: 843
Spielfilm:
1:0,2:0,3:0,4:0,4:1,5:1,6:1,6:2,6:3,7:3,7:4,7:5,8:5,9:5,9:6,9:7,10;7,10:8,11:8,12:8,
12:9,12:10,13:10,13:11,14:11,14:12,15:12,15:13,15:14,16:14,16:15,17:15. Halbzeit.
18:15,19:15,20;15,20:16,20:17,21:17,21:18,22:18,22:19,23:19,23:20,24:20,24:21,
25:21,25:22,26:22,26:23,26:24,26:25,27:25,28:25,28:26,29:26,29:27,29:28,30:28,
31:28,31:29,31:30, Ende.
Der Spieltag
TuS Vinnhorst – HSG Varel 28:29 (15:15), Wilhelmshavener HV – VfL Eintracht
Hagen 33:29 (21:15), MTV Grossenheidorn – Sportfreunde Loxten 26:32 (14:16),
Team HandbALL Lippe II – ESG Gensungen/Felsberg 41:32 (21:26), TuS Spenge –
TSG A-H Bielefeld 29:27 (18:15), OHV Aurich – TSV Anderten27:36 (14:18),
MT Melsungen – Ahlener SG 31:32 (16:16).
